Fotogeschichte

Daguerreotypie

L.J.M. Daguerre im Jahr 1844

Louis J. M. Daguerre, 1844, Aufnahme von Jean-Baptiste Sabatier-Blot

Im 18. Jahrhundert beginnt die Geschichte der Fotografie. 1839 gelingt es Louis Jacques Mandé Daguerre mittels Silbersalzen fotografische Platten herzustellen. Zur Fixierung benutzte er eine Kochsalzlösung statt Ammoniak. Dieses erste praktikable fotografische Verfahren, aus dem die ersten “Fotografien” entstanden, wurde nach ihm Daguerreotypie benannt. Damit war eine neue Kunstform geboren. Am 14. Juni 1839 verkaufte Daguerre der französischen Regierung die Rechte der ,,Daguerreotypie”. Mit diesem Ankauf machte der Staat die Erfindung der Öffentlichkeit zugänglich und sorgte somit für die schnelle Verbreitung der Fotografie in Frankreich. Daguerre erhielt als Gegenleistung eine lebenslange Rente, mit der er ein gehobenes bürgerliches Leben führen konnte. Daguerre starb am 10. Juli 1851 in Petit-Bry-sur-Marne in Nordfrankreich.

Die Perfektion der Fotografie

Die sehenswerte Dokumentation über den französischen Fotografen Henri Cartier-Bresson (1908-2004) wurde gestern auf ARTE gezeigt. Sein Freund und Landsmann, der Filmemacher Pierre Assouline, lässt Henri Cartier-Bresson, den Mitbegründer der Fotoagentur Magnum, in einer umfassenden 52 Minuten Retrospektive zu Wort kommen.  Die Dokumentation erzählt die Geschichte des Menschen Cartier-Bresson, die untrennbar mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts verbunden ist. Henri Cartier-Bressons Gedanken zu den Bildern und ihrer Geschichte werden in der deutschen Fassung von Martin Umbach gesprochen. Wer die Sendung verpasst hat, kann sich hier den Film anschauen.

Die Geburtsstunde der Fotografie

Die Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen  zeigen vom 09. September 2012 bis 06. Januar 2013 eine Sonderausstellung über die Geschichte der Fotografie. Unter dem Titel „Die Geburtsstunde der Fotografie. Meilensteine der Gernsheim-Collection“ sind rund 250 Exponate zu sehen, die einen einzigartigen Einblick in die Fotografiegeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts bieten. Gezeigt werden bedeutende Aufnahmen, die sonst nie ausgeliehen werden. So unter anderem die erste Fotografie der Welt, eine Landschaftsaufnahme, aufgenommen von Joseph Nicéphore Niépce im Jahr 1826.

Man Ray – Fotografie als Kunstform

Man Ray war ein US-amerikanischer Fotograf, Maler, Objektkünstler und Filmregisseur. Er kam von der Malerei zur Fotografie und hob dabei die Grenzen zwischen der „dokumentarisch-utilitaristischen“ und der „kreativen“ Fotografie auf. Durch seine Experimentierfreude erweiterte er das Spektrum der damaligen “Lichtbildnerei” und mit seiner Vielfalt der Techniken der Fotocollage, dem Rayogramm – respektive der Solarisation – löste er einen wichtigen Impuls für den Surrealismus aus. Durch Man Ray verloren die Objekte ihre gewöhnliche Bedeutung und bekamen eine traumhaft-sinnliche, sogar erotische Komponente. So bildete er einen Gegenpol zur nüchternen, gegenstandslosen Darstellung.
Man Ray gilt als wichtiger Impulsgeber für die moderne Fotografie und hat entscheidend dazu beigetragen, dass die Fotografie als Kunstform anerkannt wurde. Am 18. November 1976 stirbt Man Ray in Paris. Auf seinem Grabstein steht geschrieben: “unconcerned, but not indifferent”.

Faszination der Sofortbild Fotografie

Faszination der Sofortbild Fotografie

Das NRW Forum Düsseldorf zeigt vom 26. Mai – 05. August 2012 die Geschichte des Polaroidfilms. Aus der weltweiten Polaroid Collection sind 500 Sofortbilder von allen Größen der Fotografie-Geschichte zu sehen, wie Ansel Adams, Nobuyoshi Araki, Ralph Gibson, Robert Mapplethorpe, Helmut Newton, Stephen Shore oder Oliviero Toscanis berühmtes Polaroid von Andy Warhol.
Trotz Insolvenz im Jahr 2008 lebt das Unternehmen Polaroid weiter. Die Restbestände an Kameras und Filmen befinden sich heute im Besitz der Wiener Firma Impossible.

Kodak – tragische Ironie der Geschichte

Kodak-Logo 1987-2006Wer den Namen Kodak hört, denkt sofort an Filme für Foto- und Filmkameras und eine lange Tradition. Es ist unfassbar, dass dieser Industrie-Pionier Mitte Januar 2012 Insolvenz anmelden musste! Die tragische Ironie der Geschichte beginnt im Jahr 1975. Steven J. Sasson, ein amerikanischer Ingenieur, entwickelt im Unternehmen Kodak die erste Digitalkamera. Diese Entwicklung wurde leider nicht weiterverfolgt, da man das Geschäft mit den Fotofilmen nicht gefährden wollte. Kodak verpasste mit dieser Entscheidung seine Chance mit diesem Innovationsvorsprung den nächsten Technologietrend vor der Konkurrenz zu nutzen. Das taten dann andere. Kodak konnte mit seinen Filmen die digitalen Anforderungen nicht mehr bedienen. Viel zu spät, erst Anfang der 90iger Jahre, versuchte das Unternehmen den Übergang in die Digitalfotografie, leider mit nicht ausreichendem Erfolg. Bis 2013 will sich das Unternehmen mit Gläubigerschutz saniert haben und seine Patente an einen meistbietenden Konkurrenten verkaufen. Damit soll ein Teil der ca. acht Milliarden Dollar Schulden getilgt werden. Egal wie sich die finanzielle Situation auch entwickeln wird, die Traditionsmarke Kodak wird es so nicht mehr geben.

Kamera- und Fotomuseum Leipzig

Das Kamera- und Fotomuseum Leipzig wurde am 19. August 1989 von dem Fotografen und Kamerahistoriker Peter Langner und seiner Frau Kerstin eröffnet.  Es befindet sich in einem 250 Jahre alten denkmalgeschützten Fachwerkhaus. Peter Langner hat in 20jähriger Sammlertätigkeit eine Vielzahl an historischen Kameras (von der kleinen Kompaktkamera bis zur Reprokamera), entsprechendes Zubehör sowie historische Fotografien zusammengetragen. Dadurch kann man die Geschichte der Fotografie von ihren Anfängen bis zur heutigen Zeit anschaulich verfolgen. In der Galerie sind wechselnde Fotoausstellungen zu sehen. Momentan werden in der Reihe „Große Lichtbildner des 20. Jahrhunderts“ Fotografien des  US-amerikanischen Starfotografen Elliot Erwitt gezeigt. Ein Besuch lohnt sich

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